Brüder, die neuen Zulassungsinformationen für den Denza Z9 und Z9GT sind da. Nachdem ich die Parametertabelle durchgesehen habe, stelle ich fest, dass BYD immer kompromissloser wird und entschlossen ist, eine „Reichweiten-Gewalt-Ästhetik“ durchzuziehen.
Ratet mal was? Ein Akkupaket mit 122,496 kWh wird in eine Limousine gestopft – das ist der Versuch, die Tankstellen mit aller Macht in die Enge zu treiben. Die CLTC-Reichweite geht direkt auf 1068 Kilometer, der Z9GT schafft auch 1036 Kilometer.
Egal ob CLTC ein „Schönwetter-Messwert“ ist oder nicht – selbst mit einem Abschlag von 30 Prozent schafft dieses Auto noch über 700 Kilometer. Für diejenigen Fahrer mit Reichweitenangst, die am liebsten die Ladestation auf dem Rücken tragen würden, gibt es jetzt wohl nichts mehr zu sagen, oder?
Allerdings sind die Nebenwirkungen des großen Akkus offensichtlich: Das Fahrzeuggewicht wird definitiv steigen. Die physikalischen Gesetze lassen sich nun mal nicht umgehen – wenn der Stromverbrauch nicht gut kontrolliert wird, hilft es auch nichts, noch mehr Akkus einzubauen. Zum Glück gibt es in den Zulassungsinformationen auch eine Version mit 102 kWh, die ebenfalls 800–900 Kilometer Reichweite schafft – das ist das Modell für die breite Masse.
Die auffälligste Änderung bei diesem Facelift ist, dass der Lidar auf das Dach gewandert ist. Früher saß er an der Stoßstange – ein kleiner Kratzer bedeutete Reparaturkosten von mehreren zehntausend Yuan, und dem Besitzer blutete das Herz.
Jetzt auf dem Dach platziert, sieht er zwar aus wie ein „Taxischild“ oder wie ein Horn, hässlich ist er schon ein bisschen, aber die Sicht ist besser und er geht nicht so leicht kaputt. Das deutet auch darauf hin, dass sich beim hochrangigen Fahrassistenzsystem von Denza etwas ändern könnte – höchstwahrscheinlich um die noch fortgeschritteneren Stadt-NOA-Funktionen zu unterstützen. Wer ein gutes Assistenzsystem will, muss eben eine Beule auf dem Dach akzeptieren – das ist der aktuelle Stand der Dinge.
Beim Antrieb hält man endlich nicht mehr krampfhaft an der Dreimotoren-Konfiguration für alle Varianten fest. Eine Single-Motor-Version wurde eingereicht, mit einer maximalen Leistung von 370 kW. 370 kW entsprechen umgerechnet etwa 500 PS – für den Alltag und zum Überholen auf der Autobahn völlig überdimensioniert.
Der bisherige „Easy Three“-Dreimotorenantrieb ist zwar wirklich brachial, aber für die meisten Menschen ist das einfach übermotorisiert, und man muss für die zusätzlichen Motoren und die Leistungselektronik extra bezahlen. Die Single-Motor-Version herauszubringen hat ein klares Ziel: die Einstiegshürde senken und in den Nahkampf mit Konkurrenten wie dem Xiaomi SU7 und dem Zeekr 001 zu treten.
Die Plug-in-Hybrid-Version bleibt auch nicht zurück: Mit einem großen 63,82-kWh-Akku schafft sie rein elektrisch 301 Kilometer (WLTC). In der Stadt als Elektroauto fahren, auf Langstrecke Benzin nutzen – diese Logik entspricht tatsächlich dem aktuellen Mainstream-Bedarf. Kommen wir zum Design: Die „Doppelsternkrone“-Frontscheinwerfer und die gewaltigen Rückleuchten haben Wiedererkennungswert, aber ob sie schön sind, bleibt Geschmackssache. Besonders die fast 2 Meter breite Karosserie macht das Parken in alten Wohnvierteln oder engen Parklücken zum echten Albtraum. Auch wenn die Hinterradlenkung hilft, sind die physischen Abmessungen nun mal da – beim Ein- und Ausfahren aus der Tiefgarage muss man ständig zittern.
Diesmal gibt es außerdem eine neue Farbe „Fjordgrün“ und neue 21-Zoll-Felgen – also einfach mehr Auswahl für die Design-Liebhaber, nichts Weltbewegendes. Was die Innenraumänderungen angeht: integrierte Sportsitze und die Farbgebung „Lavarot“ – ziemlich hitzige Namen, aber das tatsächliche Sitzgefühl muss man erst im echten Fahrzeug erleben. Wenn man für die Sportlichkeit den Komfort opfert, wäre das ein schlechter Tausch – schließlich wollen die meisten Käufer dieses Autos auch die Familientauglichkeit berücksichtigen.
Die Kernlogik des Facelifts der Denza-Z9-Serie besteht aus zwei Punkten: Erstens, die Reichweitenangst durch den großen Akku zu lösen, und zweitens, die Preissschwelle durch den Single-Motor zu senken. Für Käufer, die mit dem Geld in der Hand warten, ist die Single-Motor-Version mit großer Reichweite höchstwahrscheinlich die attraktivste Wahl. Sie bietet sowohl Prestige als auch Substanz – und vor allem kann der Preis sinken. Die Dreimotoren-Version überlässt man besser den Gutbetuchten und Performance-Freaks. Die einzige verbleibende Unbekannte ist jetzt der Preis. Wenn die Single-Motor-Version einen Überraschungspreis bieten kann, könnte dieses Auto im Markt der luxuriösen Mittelklasse-Limousinen für ziemliche Wellen sorgen. Wenn man weiterhin auf vornehm tut, werden sich die Konkurrenten nebenan wohl vor Freude die Hände reiben.


