Das ist wirklich ziemlich interessant – Jetour ist diesmal fest entschlossen, den Namen „Black Warrior“ bis zum Ende auszureizen.
Als dieses Auto frisch auf den Markt kam, habe ich zu Freunden in meinem Umfeld gesagt: Das Äußere ist wirklich imposant, die Kastenförm-Optik, die Ausstrahlung eines robusten Offroaders – aber im Kern ist es immer noch ein City-SUV.

Jetzt ist es so weit: Traveler und Freedom haben gemeinsam eine Black-Warrior-Version auf die Beine gestellt, ziemlich stark – im Grunde hat der Hersteller für dich das komplette Fahrzeug geschwärzt.
Früher musste man selbst Folie kleben und zur Zulassungsstelle, jetzt erledigt der Hersteller das direkt für dich und erspart einem den Gang zur Kfz-Zulassungsbehörde – das muss man zugeben, für all diejenigen, die keinen Aufwand scheuen wollen, ist das wirklich praktisch.
Zuerst zum Traveler Black Warrior, der alle am meisten interessiert. Preislich von über 150.000 bis über 170.000 – diese Preisklasse ist eigentlich recht heikel.

Jungs, ihr müsst genau hinschauen: Wo liegt der größte Schwachpunkt dieses Autos? Nicht die Leistung, sondern die Breite. Die Fahrzeugbreite übersteigt 2 Meter, 2006 Millimeter!
Zur Motorisierung muss ich unbedingt zwei Worte verlieren. 2,0-Turbo-Motor mit 7-Gang-Nassdoppelkupplungsgetriebe.

Ich frage mich wirklich: Die Chery-Gruppe hat doch so ein gutes 8AT-Getriebe in der Hand – im Exeed VX im Einsatz, im Tiggo 9 ebenfalls – warum muss man ausgerechnet bei diesem Traveler, der auf leichtes Offroad ausgelegt ist und so robust aussieht, unbedingt auf dieser Doppelkupplung herumreiten?
Doppelkupplung im Stadtverkehr mit Stop-and-Go, besonders beim Kriechverkehr im Stau – diese ruckartigen Schaltstöße und das Risiko der Kupplungsüberhitzung kann wirklich nicht jeder tolerieren.

Wenn man schon „Black Warrior“ heißt, wenn man schon bis zu 170.000 verlangt – wie viel würde ein 8AT denn kosten? In diesem Punkt finde ich, der Hersteller lässt noch zu wünschen übrig, ist nicht großzügig genug.
Schauen wir uns nun den Freedom Black Warrior an. Die Positionierung dieses Autos ist etwas unbequem – wie der kleine Bruder des Traveler, aber die Abmessungen sind nicht viel kleiner, der Radstand ist sogar 10 Millimeter länger. Der Preis ist zwei- bis dreitausend günstiger, Einstieg bei über 120.000.

Aber dieses Auto gibt es durchgängig nur mit 1,5-Turbo. Für so einen großen Brocken, noch dazu mit dem enormen Luftwiderstand der Kastenförm – ob die 1,5-Turbo-Maschine beim Anfahren träge ist, werdet ihr merken, wenn ihr bei der Probefahrt mal das Gaspedal voll durchtretet.
Beim Überholen auf der Autobahn wird das Aufheulen des Motors sicher nicht ausbleiben. Und der Name „Freedom“ klingt einfach nicht so klangvoll wie „Traveler“ – es fühlt sich an wie ein Produkt, das hastig hineingequetscht wurde, um eine Preislücke zu füllen.

Die Markteinführung der Black-Warrior-Version dient, offen gesagt, dazu, den Absatz anzukurbeln. Schaut euch die Zahlen vom letzten Dezember an: Der Traveler verkaufte sich über 3000 Stück, der Freedom nur etwas über 1000. Verglichen mit den Spitzenzeiten des Traveler von über 10.000 pro Monat ist das mehr als eine Halbierung.
Warum? Weil alle Plug-in-Hybride kaufen! Der Jetour Shanhai T2 nebenan – die Plug-in-Hybrid-Version des Traveler – ist von der Kaufsteuer befreit, verbraucht weniger und reagiert schneller – er hat dem Verbrenner-Modell die Anteile komplett weggeschnappt.
Wer jetzt noch hartnäckig die reine Verbrenner-Version des Traveler kauft, ist entweder in einer besonders kalten Region im Norden, wo die Batterie schlappmacht, oder ein Bruder, der eine Obsession für rein mechanische Strukturen hat.

Bei den Wettbewerbern steht der Haval Dargo PLUS ständig auf der Lauer – niedrigerer Einstiegspreis, und der Bestand ist auch nicht klein.
Der Beijing Offroad BJ40 ist ein echter Offroader mit Leiterrahmen – zwar höherer Verbrauch, schlechterer Komfort, aber damit kann man wirklich ins Gelände.
Die beiden Jetour-Modelle haben eine selbsttragende Karosserie – also eher etwas für die Optik. Für schlechte Straßen und Baustellen reicht es, aber wer wirklich in den Sand will oder Felsen hochklettern möchte, sollte erst mal überlegen, ob die Aufhängung das aushält.
Was das Doppelkupplungsgetriebe und die kopfnussartige Fahrzeugbreite angeht – am besten vor dem Kauf erst mal zwei Tage lang das Auto eines Freundes ausleihen und schauen, ob man damit klarkommt, bevor man zuschlägt.

Nicht dass man das Auto dann gekauft hat und jeden Tag am Wohnanlagen-Eingang eine Ewigkeit herumrangiert, um nicht in die Parklücke zu kommen – dann ist es zu spät für Reue.
Noch eine letzte Anmerkung: Bei der aktuellen Spritpreislage wird der Verbrauch eines kastenförmigen reinen Verbrenners sicher nicht niedrig ausfallen. Wenn du täglich im Stadtverkehr im Stau stehst, sind 11, 12 Liter auf dem Bordcomputer an der Tagesordnung.
Das wird der Hersteller in der Werbung sicher nicht besonders betonen, aber als Autobesitzer ist das eine echte Bare-Ausgabe, die jeden Monat anfällt.
Wenn du das klar durchdacht hast, entscheide dann, ob du diesen Black Warrior kaufst oder lieber zum Shanhai T2 nebenan oder zum Haval Dargo schaust. Das Auto ist gut, aber es muss zu deiner Nutzungsumgebung passen.



